E-Bike-Tour durch das nördliche Rheinhessen

Auf dem Selztalradweg – Bild Nr. 201808110915

Rheinhessen – Am vorigen Samstag hatte ich mich spontan zu einer Radtour entschlossen. Das Wetter war ideal, nicht mehr so heiß, wie in den letzten Wochen zuvor. Also entschloss ich mich, die längste Radtour seit 45 Jahren zu fahren. Dass es am Ende 91 Kilometer waren, hat mich selbst überrascht, aber es macht auch ein wenig stolz.

Zunächst bin ich über den Amiche-Radweg von Mommenheim aus nach Hahnheim gefahren um dort auf den Selztalradweg zu wechseln. Diese Radweg begleitet das kleine Flüsschen Selz von der Quelle in Orbis/Pfalz bis zur Mündung in den Rhein bei Ingelheim. Hahnheim liegt ungefähr auf der Hälfte des Weges. So konnte ich den Weg entlang des gesamten Unterlaufs bis zur Mündung erkunden. Zunächst ging es nach Nieder-Olm, dort habe ich am Rheinhessentor kurz eine Pause gemacht, dabei bin dort ich mit einem Passanten ins Gespräch gekommen, denn mein Falt-Pedelec erweckt doch immer wieder Interesse. Dankenswerterweise hatte er sich angeboten mich im Rheinhessentor zu fotografieren.

Am Rheinhessentor in Nieder-Olm – Bild Nr. 201808111227

Hinter Nieder-Olm ging es das erste Mal auf für mich noch unbekannte Wege. Mit dem Auto bin ich die Strecke nach Ingelheim schon so oft gefahren, aber mit dem Fahrrad auf Radwegen, das ist schon etwas anderes. Meine nächste Station war der Elftausend-Mägde-Turm in Stadecken-Elsheim, ein um das Jahr 1000 erbautes Zolltor auf der damaligen Straße von Mainz nach Bad Kreuznach An dieser Stelle kreuzte damals die Straße die Selz. Seinen Namen bekam der Turm aufgrund der Legende, dass die Heilige Ursula von Köln mit 11000 Jungfrauen im Gefolge hier auf der Heimreise von einer Pilgerfahrt nach Rom die Selz überquerte.

Stadecken-Elsheim: Die Elftausend-Mägde-Mühle – Bild Nr. 201808111229

Als nächste Zwischenstation erreichte ich in Ingelheim das Ohrenbrücker Tor. Im Jahr 1381 wurde die Brücke mit dem Stadttor Richtung Westerberg erstmals urkundlich erwähnt. Das imposante Tor gehört zu der alten Befestigung um den Stadtteil Ober-Ingelheim, die zum Teil noch erhalten ist.

Ingelheim: Das Ohrenbrüsker Tor – Bild Nr. 201808111235

Die folgende Strecke führte auf Radwegen an verkehrsreichen Straßen entlang. Da die Selz das Gelände der Firma Boehringer durchfließt, führt der Radweg zunächst um das Firmengelände herum und weiter auf der Straße zum Fähranleger Richtung Oestrich-Winkel. Vom Fähranleger ging es auf dem Leinpfad nur noch wenige hundert Meter zur Selzmündung. Hier endet der Selztalradweg, aber meine Tour noch lange nicht.

Die Mündung der Selz in den Rhein – Bild Nr. 201808111239
Der Blick von der Selzmündung zum Schloss Johannisberg im Rheingau – Bild Nr. 201808111241

Etwas mühsam ging es auf dem holprigen Leinpfad weiter nach Heidenfahrt. Dort habe ich erstmal zu Mittag gegessen und meinem Fahrrad-Akku an der Ladestation eine kostenlose Auffrischung mit Ökostrom gegönnt.

Heidenfahrt: Ladesäule für E-Bike-Akkus – Bild Nr. 201808111345

Nach der Stärkung ging es, wieder über asphaltierte Radwege über Budenheim nach Mainz. Anscheinend sollte mich das Thema alternative Energien noch etwas begleiten, denn ich kam, als ich durch die Rheinallee radelte, am Bürogebäude der Firma Werner & Mertz (Marken u.a. Frosch und Erdal) vorbei. Das bemerkenswerte an diesem Haus ist, dass es sich komplett selbst mit Energie versorgt. 16 Windkraftanlagen und eine Photovoltaikanlage auf dem Dach erzeugen genug elektrische Energie. Geheizt wird mit Erdwärme (Geothermie) und die Glasfassade besteht aus isolierendem 4-fach Glas.

Mainz: Das umweltfreundliche Bürogebäude der Firma Werner & Mertz – Bild Nr. 201808111242

Auf eine weitere brandneue Innovation bin ich am Winterhafen gestoßen. Hier absolviert Emma, ein autonom fahrender Elektrobus seinen Probebetrieb. Der kleine Bus pendelt von Sensoren gesteuert zwischen der Fort-Malakoff-Terrasse und dem Bootshaus.

Mainz: Probebetrieb eines autonom fahrenden Elektrobusses am Winterhafen – Bild Nr. 201808111246

Vom Winterhafen aus ging es am Rhein entlang weiter Richtung Nackenheim. Da wir zur Zeit Niedrigwasser im Rhein haben, wollte ich wieder einmal nach dem Mühlarm sehen, der an seiner flachsten Stelle hin und wieder trocken fällt. Es ist mal wieder soweit, dass man trockenen Fußes zur Rheininsel Kisselwörth kommt.

Nackenheim: Niedrigwasser im Mühlarm des Rheins – Bild Nr. 201808111252

Für den Rest der Fahrt ging es über bekannte Wege, über die etwas unangenehme Steigung von Nackenheim hinauf Richtung Lörzweiler und von dort zurück nach Mommenheim. Damit schloß sich der Kreis. Es war mal wieder eine entspannte und interessante Fahrt, und die längste die ich mit meinem Pedelec je gefahren bin.

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