Mit dem Rad von Nierstein zum Eicher See

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Fahrrad aufgeladen – Bild Nr. 201805260448

Rheinhessen – Für meine Radtour hatte ich dieses Mal geplant, nicht direkt von zuhause loszufahren, weil es keinen befestigten Radweg von Mommenheim nach Nierstein gibt und weil die Fahrt über die Landstraße beschwerlich und gefährlich ist. Also bin ich mit dem Auto bis Nierstein gefahren und habe dann in der Nähe des Ehrenmals geparkt. Von dort ging es dann am Rhein entlang nach Oppenheim, durch die Neustadt hindurch zum Rheindeich in der Nähe des Oppenheimer Flugplatzes.

Das Ehrenmal im Niersteiner Gemeindepark – Bild Nr. 201805260449
Flugplatz des Aeroclubs Oppenheim-Guntersblum e.V. – Bild Nr. 201805260452
Auf dem Rheindeich beim Oppenheimer Flugplatz – Bild Nr. 201805260454

Zunächst bin ich, alter Gewohnheit aus früheren Tagen folgend, auf den Deich hinauf gefahren und habe meinen Weg durch die teilweise engen Spurrillen, gesäumt von recht hohem Gras, gebahnt. Zugegeben das ist nichts für Radfahrer mit schwachen Nerven. Zu Zeiten als ich noch richtig fit war, hatte mir das nichts ausgemacht, aber gestern hat es mir viel Überwindung und Konzentration abverlangt. Zwar gab es am Fuß des Deiches einen Fahrweg, aber dessen Spuren waren mit Rasengittersteinen gepflastert. Da wird man ordentlich durchgerüttelt.

Zu meiner großen Überraschung empfing mich an der nächsten Deichüberfahrt bei Dienheim ein ganz neuer hervorragend asphaltierter Radweg, der auf der Binnenseite neben dem Deich entlang führte. Dieser Weg wurde im Zuge der Deicherneuerung angelegt und ließ sich wirklich hervorragend befahren. Zwar gab es hier keinen Blick auf den Rhein, aber die weite ebene Landschaft mit Wäldern, Wiesen und teilweise für Landwirtschaft und Weinbau genutzten Flächen boten einen wohltuenden Anblick.

Strohballen in der Wiese – Bild Nr. 201805260459
Landschaft neben dem Radweg – Bild Nr. 201805260491

Einmal habe ich den komfortablen Weg dennoch verlassen, um auf den von früher gewohnten Uferweg zu kommen, jenem Weg, den ich ursprünglich fahren wollte. Der ist natürlich sehr schön, aber auch steinig, und so wurde ich wieder kräftig durchgerüttelt, weswegen ich es, nach kurzem Genuss der Uferlandschaft, vorzog wieder auf den komfortablen neuen Radweg zu wechseln.

Der Rheinuferweg – Bild Nr. 201805260461
Junge Eiche im alten Auwald – Bild Nr. 201805260462
Ausblick auf den Rhein – Bild Nr. 201805260467

Bei Guntersblum blühten am Deich herrliche Mohnblumen. Diesen leuchtend roten Blüten kann ich mich einfach nicht entziehen. Klarer Fall, die mussten auf’s Bild.

Blühender Mohn am Rheindeich – Bild Nr. 201805260474
Blühender Mohn am Rheindeich – Bild Nr. 201805260475

Weiter ging es Richtung Eicher See. Zwar war ein Teilstück des neuen Radweges noch nicht ganz fertig gestellt, aber es gab eine gut befahrbare und perfekt ausgeschilderte Umleitung, so dass die Fahrt zügig voran ging. Am Ziel angekommen habe ich erwartungsgemäß festgestellt, dass man an den See nicht richtig heran kommt. Das Ufer in Norden des Sees ist vollständig mit Wochenendhäusern bebaut. Zwar kann man über die schmalen Grundstücke hier und da einen Blick auf den See erhaschen, aber einen direkten Zugang zum Ufer habe ich erst am Parkplatz eines Restaurants gefunden. Immerhin!

Bootsanleger am Eicher See – Bild Nr. 201805260481
Am Eicher See – Bild Nr. 201805260482

Nachdem ich das Gebiet um den Eicher See noch etwas erkundet hatte, bin ich wieder zurück Richtung Nierstein gefahren. Gerne habe ich wieder den neuen Radweg genutzt und habe ich Fahrt vorbei an vielen Wiesenblumen, die am Deich blühten, genossen.

Wiesenblumen am Deich – Bild Nr. 201805260488
Der neue Radweg am Rheindeich – Bild Nr. 201805260486
Landwirtschaft hinterm Rheindeich – Bild Nr. 201805260487

Auf dem Rückweg habe ich dann noch eine Entdeckung gemacht. Ein paar Meter neben dem Radweg stand ein Gedenkstein. Ich dachte mir, dass hier eventuell der vor knapp 200 Jahren aufgegeben Ort Rudelsheim gewesen sein könnte, und richtig. Darüber habe ich gestern in meinem Fotoblog bereits berichtet: Rudelsheim – Verlassen im 19. Jahrhundert

Gedenkstein für Rudelsheim – Bild Nr. 201805260494

Kurz vor Dienheim hatte ich dann noch einen fantastischen Ausblick auf die Altstadt von Oppenheim, mit der wunderschönen Katharinenkirche. Weiter ging es dann wieder nach Nierstein und nach 45 gefahrenen Kilometern, war ich froh, mein Rad wieder auf den Fahrradträger stellen zu können um mit dem Auto zurück nach Hause zu fahren..

Blick auf die Altstadt von Oppenheim – Bild Nr. 201805260503

Wie lange ich solche Touren noch mit dem Fahrrad bewältigen kann, weiß ich leider nicht, denn meine Beine machen das zuweilen nur widerwillig mit, und ich bekomme fast jedes Mal die Quittung für solche Belastungen. Aber zu früh wird nicht aufgegeben, denn wer sich nichts abverlangt kann auch nichts erreichen.

Da sich diese Strecke auch sehr gut mit dem Handbike fahren lässt, kann ich mir gut vorstellen, diesen neuen Radweg in Zukunft auch mit den Händen kurbelnd zu befahren. Egal wie, der Blick geht auf jeden Fall weiter nach vorne…