Ein Zoobesuch in Neuwied

Veröffentlicht von
Zoo Neuwied: Erdmännchen – Bild Nr. 201808266896

Neuwied am Rhein – „Mal wieder andere Gesichter sehen“ das ist immer unser Motto, wenn meine Frau und ich einen Zoobesuch planen. Diesmal sollte es der größte Zoo in Rheinland-Pfalz sein, also brachen wir nach Neuwied auf. Wir hatten gehört, dass sich der Zoo in den letzten Jahren gut weiter entwickelt hatte, und eine interessante Sammlung an Tieren zu bieten hat. Soviel zur Motivation. Es sollte ein Ausflug werden, der bei mir gemischte Gefühle hinterlässt.

Doch zunächst einmal zum Zoo selbst, der liegt außerhalb der Stadt landschaftlich wunderschön in einer Hanglage im Wald. So bietet er viel Platz, vor allem für die, für deutsche Tierparks bermerkswert große Kängeruhherde. Von da oben hat man einen weiten Blick über den Rhein hinweg in die Eifel. Hier lassen sich ein Spaziergang in schöner Natur mit dem Zoobesuch verbinden. Die Tiere in den großzügigen Anlagen lassen sich gut beobachten, und auch als Fotoamateur kommt man hier zu guten Ergebnissen, wie meine kleine „Ausbeute“ zeigt. Auch vom Rollstuhl aus lassen sich die Tiere gut beobachten und fotografieren.

Aber jetzt komme ich zum Thema: Wie ist es um die Barrierefreiheit des Neuwieder Zoos bestellt? Zunächst möchte ich anmerken, dass man sich ganz klar bemüht hat, Rollstuhlfahrern gerecht zu werden. Die erst kürzlich ihrer  Bestimmung übergebene Prinz-Maximilian-zu-Wied-Halle, in der Tiere aus Südamerika gezeigt werden, ist in dieser Hinsicht vorbildlich. Es gibt auch in der Anlage eine Toilette für Rollstuhlfahrer – Soweit so gut. Was die Freude am Zoobesuch sehr schmälert ist die Topografie des Geländes. Was für einen geübten Wanderer zum Naturerlebnis dazu gehört, nämlich das Auf und Ab, wird hier für mich als Fahrer eines manuellen Aktivrollstuhles mehr als nur eine Herausforderung. Auch wenn die Wege größtenteils asphaltiert sind, so sind einige Steigungen teils so massiv, dass ich auch mit Schiebehilfe von meiner Frau nicht mehr voran kam. Gut nur, dass ich wenigstens noch etwas gehen kann, wenn auch nur langsam und voll konzentriert. So hieß es aussteigen und selbst schieben, was mich, wie man sich denken kann, sehr nahe an meine Grenzen gebracht hat.

Genauso sah es mit einigen Gefällestrecken aus. Die waren teilweise so steil, dass selbst Schlangenlinien fahren, sonst eine gute Lösung stärkere Gefällstrecken kontrolliert und sicher zu befahren, nicht mehr verantwortbar war. Auch hier hieß es wieder aussteigen und mit äußerster Vorsicht langsam bergab gehen. Hier habe ich mir nur vorgestellt, was wäre wenn ich jetzt vollständig gehunfähig wäre? Wahrscheinlich hätte hier nur ein Elektrorollstuhl geholfen, aber der Gedanke an ein solches Gefährt ist für mich persönlich ein No-Go

So bleibt jetzt für mich nur als Fazit: So schön der Neuwieder Zoo ist, er ist leider weit davon entfernt barrierefrei zu sein und es jemals zu werden. Meine zukünftigen Zoobesuche werden mich dann wohl eher nach Frankfurt, Stuttgart, Heidelberg, Landau oder Köln führen.

Trotzdem: Den Zoo in Neuwied kann ich für Fußgänger auf  jeden Fall wärmstens empfehlen, Rollstuhlfahrern rate ich allerdings eindringlich ab. Aber bei aller persönlichen Nachdenklichkeit mögen meine Fotos denen, die nicht an einer massiven Gehbehinderung leiden, Appetit auf den Zoobesuch in Neuwied machen. Auf jeden Fall hat mir das Fotografieren der Tiere mal wieder viel Spaß gemacht.

Streifengnus – Bild Nr. 201808266815
Watussirind – Bild Nr. 201808266821
Watussirinder – Bild Nr. 201808266899
Nandu – Bild Nr. 201808266899
Kängeruhs – Bild Nr. 201808266838
Schimpase – Bild Nr. 201808266850
Schimpanse – Bild Nr. 201808266884
Schimpanse – Bild Nr. 201808266888
Kleiner roter Panda – Bild Nr. 201808266842
Humboldt-Pinguine – Bild Nr. 201808266866
Wasserschildkröten – Bild Nr. 201808266895 können